Rach, der Restauranttester Archives

Ich habe gestern Abend natürlich wieder “Rach, der Restauranttester” gesehen. Auch diese Folge stammt zwar schon aus 2007, aber es war trotzdem äußerst amüsant. Vor allem Chefkoch Gisbert, der in der Cantina Tapas Bar in Künsebeck (Halle Westfalen) versucht spanische Spezialitäten auf den Tisch zu bringen, ist die Witzrakete schlechthin und hat immer einen lustigen Spruch drauf.

Zumindest hat er gegenüber Sternekoch Christian Rach immer das letzte Wort und einen dummen Kommentar parat. Woran es liegt, dass die Gäste ausbleiben ist nach dem Probeessen klar wie Kloßbrühe. Rach bestellte Tapas quer durch die Karte und bekam nach 1:45 h Wartezeit insgesamt vier falsche Gerichte und das ein oder andere Gericht gar nicht. Gisbert hat nach der Hälfte der Gerichte in der Küche einfach die Geräte ausgemacht und gesagt: “Ach, der hat doch jetzt alles. Da passt eh nicht mehr auf den Tisch…”. Clevere Einstellung.

Das nächste Problem ist die Sauberkeit. Gisbert meint, dass man eine so veraltete Küche gar nicht mehr putzen muss. Das wäre vergebene Liebesmühe. Klar, er muss den dreckigen Fraß ja auch nicht zu sich nehmen. Als Christian Rach die Küche gesehen hat, bekam er erstmal einen Lachkrampf und kriegte sich so schnell nicht mehr ein. Gisbert hat gar nichts mehr gecheckt, obwohl ich glaube, dass er das auch vorher nicht getan hat. Der Fußboden klebt, alles aber wirklich alles ist total versifft. Aber eine Begründung für den klebenden Fußboden hat Komiker Giosbert parat: “Das ist, damit man sich schneller Bewegen kann und nicht wegrutscht…”. Christian Rach sprach nur davon, dass hier selbst das Gesundheitsamt umgehend dicht machen würde. Ekelhaft und unglaublich.

Da beide, der Inhaber Dieter, wie auch der ernannte “Chefkoch” Gisbert, noch nie in Spanien waren und die spanische Küche nur aus Büchern kennen, sind die Probleme natürlich vorprogrammiert. Auch Dieter spielt mit seinen Gästen lieber an der Theke um die nächste Runde Pils, als den hungrigen Besuchern im Restaurantbereich Aufmerksamkeit zu widmen. Wenn denn mal welche da sind. Christian Rach plante einen radikalen Umbruch und sorgte für neue Geräte und Sauberkeit. Eine kleine Party lockte die ersten Gäste und alle waren vorerst zufrieden.

Vier Wochen später besuchte Rach das “Restaurant” erneut und bemerkte, dass Gisbert sich verdünnisiert hat. Er bakam laut eigener Aussage “eh nur ne schmale Mark” von Inhaber Dieter. Nun kümmert sich Köchin Anja um das wohlergehen der Gäste und hat den Laden einigermaßen im Griff. Zumindest war Christian Rach zufrieden aus dieser verkorksten Situation doch noch irgendwie herauszukommen.

Gestern Abend wurde erneut die Folge “Rach, der Restauranttester” ausgestrahlt, in welcher die junge Chefin (Constanze Reinsch) kurz vor der Verzweifelung steht. Die 23-jährige übernahm 2004 direkt nach Ihrer Ausbildung das ziemlich prunkvolle “König Albert Bad” und erfüllte sich damit einen Lebenstraum. Dieser Traum legt ihr momentan jedoch mehr Steine in den Weg, als ihr lieb ist. Die Nerven liegen blank. Sie weiß keinen Rat mehr und ruft Christian Rach zur Hilfe.

Christian Rach trifft auf ein genauso junges Team, wie es die Chefin selbst ist. Vor allem der Chefkoch Struppi ist eingebildet hoch dreiundzwanzig, total arrogant und geht davon aus DER Koch auf Erden zu sein, obwohl er rein gar nichts kann und über kein bis wenig Know How verfügt. Das Resultat ist lieblos aufgewärmte Tiefkühlkost, die auf gut Deutsch gesagt einfach nur scheisse schmeckt. Die Chefin bekommt ihren Mund nicht auf, das “König Albert Bad” scheint langsam aber sicher in den Ruin zu treiben.

Kritik wird von der Küchenmannschaft rund um das Möchtegernmultitalent “Struppi” (Chefkoch) überhaupt nicht angenommen. Als Christian Rach den Chefkoch danach fragt, ob er für seine verkohlten Bratkartoffeln allen ernstes Geld bezahlen und die unappetitlichen Dinger auch noch verspeisen würde, fiel ihm nichts besseres ein als:

Ich würde die noch essen. Sind doch im Toleranzbereich…

Kein Wunder, dass das “König Albert Bad” mit einer solchen Engstirnigkeit in Person nicht wirklich läuft. Die Chefin ist keine Chefin und das Team in der Küche ist von dem Verhalten des Chefkoch Struppi so immunisiert gegenüber Tiefkühlkost, dass das ganze als völlig normal gesehen wird und es scheinbar unbemerkt nur so den Bach runter geht. Das Essen wie auch der Service ist grottenschlecht. Trotzdem nimmt Sternekoch Christian Rach die Beine in die Hand und versucht sein Bestes…

Christian Rach hat das Problem auf Anhieb erkannt. Eine völlig desorientierte und überforderte Chefin versucht ein arrogantes, nicht funktionierendes Küchenteam zu führen. Das Resultat ist wie oben erwähnt sehr schlechtes Essen und heruntergekommener Service. Die Gäste werden mehr oder weniger ignoriert und bleiben in Folge dessen natürlich aus. Hier wird eine grundlegende Regel missachtet: Der Kunde ist König.

Ein morgendliches Meeting der einzelnen Beschäftigten soll ab jetzt für klare Kommunikation sorgen. Auf diese Weise können sich Chefin, Service und Küche aufeinander abstimmen und die Prozesse optimieren. Des Weiteren soll der Gastraum durch eine Umgestaltung mehr Gemütlichkeit erhalten, sodass sich die Gäste endlich wieder wohlfühlen können. Das wichtigste ist aber sicherlich den Köchen das Kochen beizubringen. Denn genau das Handwerk, welches die Küchenbelegschaft im Schlaf beherrschen sollte, scheitert an den einfachsten Dingen. Wenn die Hilfe durch Sturheit und Arroganz auch noch grundlegend abgelehnt wird, ist es auch für Christian Rach ein hartes Brot seine Tricks an den Mann zu bringen…

Um das “König Albert Bad” zu retten, wurde eine Party veranstaltet, bei welcher letztendlich mehr als 100 Leute erschienen und mit dem Essen mehr als zufrieden waren. Die Gäste bleiben bis in die frühen Morgenstunden und haben geschworen wieder zu kommen. Auch der entsprechende Umsatz konnte sich an diesem Abend sehen lassen. Das “König Albert Bad” scheint gerettet. Auch Chefin Constanze hat einen weiteren wichtigen Schritt getan und das arroganteste Küchenmitglied, den Möchtegern-Chefkoch Struppi, den Laufpass gegeben und ihm gekündigt. Als Christian Rach nach vier Wochen seinen obligatorischen Testbesuch macht, ist er vom Essen begeistert. Das “König Albert Bad” scheint auf dem richtigen Weg…

Gestern Abend gab es wieder mal eine Folge “Rach der Restauranttester” auf RTL, diesmal mit einer Aufgabe, die von Anfang an zu bewältigen schien. Das Restaurant “Entenjakob” läuft im Sommer gut, im Winter eher mäßig bis schlecht. Warum wußten die Besitzer Gabriele und Klaus Herm leider nicht. Also vertrauten sie auf den Sternekoch Christian Rach, der neben anderen sehr erfolgreichen Restaurants z.B. das Tafelhaus in Hambug führt.

Rach schaut sich den Laden ganz genau an und will wie immer eine Kostprobe nehmen. Auf die Frage ob er im Entenjakob denn eine Ente bestellen könne, antwortete man mit “Nein, leider nur bei Vorbestellung”. Achso. Im Entenjakob scheint es also gar keine Ente zu geben. Der Restauranttester Rach verzichtete demnach zwangsweise auf sein Wunschgericht und versuchte es mit Calamaris, was er mal lieber hätte sein lassen sollen. Die Tintenfischringen schmeckten “scheisse”, so Rach :)

Schnell wurde klar, was dem Restaurant fehlt. Eine Karte mit eindeutiger Richtung. “Wir wollten es immer allen Recht machen”, sagte die Besitzerin Gabriele direkt in die Kamera. Hier lag scheinbar der Fehler. Die Karte war einfach zu riesig. Man arbeitete anstatt mit zwei oder drei Festangestellten mit viel zu vielen Aushilfen, die zwar Geld kosten, aber eigentlich nie richtig da sind. Auch das Ambiente wurde im Entenjakob ein wenig verbessert. Rach spendete neben einem Ofen für die Küche auch einen Kamin, der sich nun in der ansehnlichen Kaminecke, übrigens der neue Lieblingsplatz der Restaurantbesucher, breit macht. Im Zuge der ganzen Veränderungen wurden auch die Öffnungszeiten optimiert, sodass das Restaurant in umsatzschwachen Stunden ab sofort nicht mehr geöffnet ist (z.B. Vormittags)

Ich habe schon lange nicht mehr ein solch engagiertes Team gesehen. Man hat sich im Entenjakob nicht nur zurückgelehnt, wie man es z.B. von der “Eis-Heidi” oder dem Conmux in Berlin gewohnt war. Man packte regelrecht mit an, machte sich eigene Gedanken und brachte viele Ideen und vor allem Tatkraft mit ein. Es macht auch Spaß hin und wieder mal ein so motiviertes Team zu sehen und demnach auch eine gute Kritik abgeben zu können.

Wäre der Entenjakob nicht in Brühl, würde ich dort vermutlich mal Essen gehen wollen. Leider ist mir das etwas zu weit. Sollte ich allerdings mal in der Nähe sein, werde ich die neuen Entengerichte in jedem Fall mal kosten. Also einen Besucher habt ihr schonmal sicher…