Raus aus den Schulden Archives

Aus einem sorgenfreien Leben in Hartz IV gestrandet.
Frank A. (43) und seine Frau Beate (39) sind seit 21 Jahren verheiratet und haben fünf Kinder.

Frank ist gelernter Dekorateur, jetzt aber arbeitslos und Hartz IV-Empfänger. Beate ist Powersellerin bei Ebay. Lange Jahre ging es der Familie wirtschaftlich sehr gut. Doch seitdem Frank arbeitslos ist und Beates Ebay-Geschäfte nicht mehr laufen, steht die Familie vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Ihre Schulden schätzen sie auf 100.000 Euro.

Noch bis vor kurzem führt die siebenköpfige Familie A. ein erfülltes Leben ohne Geldsorgen.

2004 ergibt sich für Frank die Möglichkeit, den Computerladen, in dem er arbeitet, gemeinsam mit einem Freund zu übernehmen. Frank wagt den Schritt in die Selbstständigkeit. Doch der Laden läuft von Anfang an nicht, schon bald ist Frank pleite, zurück bleibt ein Verlust von 38.000 Euro. Eine bittere Pille, aber zunächst kein Grund zur Besorgnis, weil Beates Ebay-Geschäfte so gut laufen.

Peter Zwegat (Mi.) mit Beate (4.v.li.) und Frank (3.v.re.) A. und ihren Kindern (v.li.) Robin, Nina, Lara sowie (v.re.) Jan und Timo (c) RTL / Alexander Mechtold

Peter Zwegat (Mi.) mit Beate (4.v.li.) und Frank (3.v.re.) A. und ihren Kindern (v.li.) Robin, Nina, Lara sowie (v.re.) Jan und Timo (c) RTL / Alexander Mechtold

Doch der Erfolg kostet seinen Preis: Beate arbeitet so viel, dass sie schließlich krank wird. In dieser Zeit wird kaum Ware ins Internet eingestellt und zudem verpasst Beate den beruflichen Anschluss. Seit 2008 machen Frank und Beate nur noch einen Gewinn von 1.300 Euro.

Zu wenig für die Schuldentilgung und den Unterhalt einer großen Familie oder zum Bezahlen offener Rechnungen. Die fünf Kinder müssen inzwischen auf alles verzichten, was früher für sie selbstverständlich war, doch die Familie hält eisern zusammen.

Keine leichte Aufgabe für Peter Zwegat: Wie kann die Zukunft der Familie ein stabiles wirtschaftliches Fundament bekommen? Beate ist eine leidenschaftliche Powersellerin, aber hat ihr Geschäft eine Überlebenschance? Und woher soll sie Geld für neue Ware nehmen?
Kann Peter Zwegat in “Raus aus den Schulden” Frank helfen, endlich wieder eine Arbeitsstelle zu finden? Wird der Schuldnerberater die Insolvenz abwenden und das Haus der Familie retten können?

Gestern war endlich mal wieder eine äußerst lustige Folge des Schuldnerberater Peter Zwegat mit “Raus aus den Schulden” auf RTL angesagt. Nach Familie Ülüglü mit Abstand die wohl lustigste Folge. Dieter hat weder eine Berufsausbildung noch irgendwelche Berufserfahrung. Sein Geld verdiente er bis dato als Model. Die Tagesgagen liegen zwar zwischen 1.000 und 1.200 Euro, lohnen tut es sich bei nur 12 Buchungen im Jahr aber auch nicht richtig.

Also hat Dieter beschlossen sich mit einer Kneipe mitten in Stuttgart selbständig zu machen. Auf diese Weise hätte er die Kohle durch das Modeln im Sack und zusätzlich eine tolle Einnahmequelle durch seine Stammalkoholiker. Leider kam alles ein bisschen anders. Die Kneipe musste erstmal gekauft werden. Man benötogt also Geld, welches Dieter natürlich nicht hat. In der Schufa sah es sowieso schon eng aus, also blieb nur ein Ausweg. Ein Kredit von Mutter und ein wenig Geld von Freundin Raynarda.

Der Kredit den er über die 71-jährige Mutter bekam, beläuft sich auf rund 12.500 Euro, wobei der Zinssatz mit mehr als 12% die Gesamtschuld auf über als 15.000 Euro ansteigen lässt. Auch Raynarda möchte ihrem Freund unter die Arme greifen und leiht sich bei einem Kumpel 8.000 Euro um diese an Dieter weiterzuleiten. Somit kann die Bar bezahlt werden und Dieter hat ein super Leben. Die Arbeit machen selbstverständlich die anderen. Raynarda muss das Zepter in die Hand nehmen, weil Dieter schlicht und einfach zu blöde dafür ist. Dieters Mutter muss mit ihren 71 Jahren noch putzen gehen, um von der schmalen Rente den Kredit überhaupt bedienen zu können.

Nach nur zwei Monaten hat Dieter die Kneipe in den Ruin gewirtschaftet. Er hat die Getränke quasi ausgegeben, hat seine Gäste – wenn überhaupt -  mal so mal so abkassiert, verlor den Überblick. Meistens war am Abend in der Kasse nichts als gähnende Leere angesagt. Aber Dieter wär nicht Dieter, wenn er nicht Dieter wär. Er hat laut Peter Zwegat als 34-jähriger zumindest das Niveau eines 16 Jährigen, wobei Peter Zwegat diese Aussage in der Sendung noch zweimal nach unten auf letztendlich 13,5 Jahre korrigieren musste.

Dieter hatte die grandiose Idee im Internet das Pokern um Geld anzufangen. Man müsse nur 5 Dollar Spieleinsatz investieren, um am Ende ganz locker mit 29.000 Dollar wieder herauszuspazieren. Ist doch irgendwie cool, dass das alles so einfach geht. Oder gibt es da vielleicht einen Haken? Wenn es einfach wäre, würde vermutlich jeder so vorgehen. Vielleicht ist Dieter aber auch so schlau, dass nur er auf diese grandiose Idee gekommen ist. OK, streichen wir den letzten Satz.

Man merkt, dass der Mann nicht ganz gerade in der Birne ist. Peter Zwegat hat als ersten Schritt versucht ihm Arbeit zu organisieren. Das setzt natürlich ein Bewerbungsgespräch voraus. In dem Bewerbungsgespräch zeigte er sein ganzes Repertoire der in ihm schlummernden umgangssprachlichen Fähigkeiten sowie die Verletzung an seinem Fuß. Ja, es war wirklich so. Während Peter Zwegat sich vor Fremdschämen kaum noch auf dem Stuhl halten konnte und mehr oder weniger schon unter dem Tisch lag, zog Bewerber Dieter die Hose etwas hoch um der Chefin zu zeigen wie verletzt er doch ist. Die Verletzung stammt übrigens aus einem Streit mit Freundin Raynarda, in welchen er gerne mal ein wenig randaliert und Haustüren wie auch Fernseher beschädigt.

Das Fazit war, dass es ihm, also Dieter,  zu wenig Geld ist was da gezahlt würde. Vollkommen richtig. Er ist ja schließlich mit 16 von der Schule gegangen und hat dann nichts gemacht. Da sollte man ja wohl den ein oder anderen Euro verdienen können oder? Es gibt schließlich nicht an jeder Ecke Menschen, die einfach mal gar nichts können. Das muss ja auch vernünftig bezahlt werden. Peter Zwegat erkannte im Bewerbungsgespräch noch wesentlich andere Probleme, die sich mit Geld nicht bezahlen lassen ^^  (Dummheit, Unfähigkeit, Verantwortungslosigkeit, Realitätsverlust, …).

Auch im zweiten Bewerbungsgespräch war Dieter nicht ganz so erfolgreich. Aber das war darauf zurückzuführen, dass er dem potentiellen Chef gedanklich schon etwas näher Stand als man das vielleicht tun sollte. Also ich habe meinen Chef im Bewerbungsgespräch nicht nach einer Minute geduzt :)

Die Moral von der Geschichte war in jedem Fall, dass noch ein großer Streit zwischen Dieter und Raynarda ausbrach, die beiden sich vorerst trennten und Dieter als 34-jähriger erstmal zu Hause bei Mutter einzog. Letztendlich hatte man sich aber doch wieder vertragen und Dieter zog wieder bei Raynarda ein. Die Schulden sind nach wie vor vorhanden, arbeit hat Dieter auch nicht. Zumindest kann Peter Zwegat vermutlich die Mutter aus dem völlig überzogenem und eigentlich rechtswidrigen Kredit herausholen. Das wird sich aber erst in einer Weile zeigen. Mal sehen was das gibt. Ich hoffe, dass RTL dran bleibt :)

Gestern Abend war wieder “Raus aus den Schulden” Zeit mit Peter Zwegat, dem berühmten Schuldnerberater aus Berlin. Der Fall war wieder kein einfacher und die Familie D. aus Bad Pyrmont konnte einem wirklich ein bisschen leid tun. Trotzdem sind auch hier einige Fehler passiert, die nicht hätten sein sollen. Die Grundeinstellung von Daniel D. (dem Schuldner) ist aber eine sehr gesunde und verdient Respekt…

Daniel D. ist gelernter Tischler und Schweißer von Beruf. Da man von Geld jedoch nicht genug haben kann, wollte Daniel sich mit einer im Jahr 2000 gepachteten Kneipe den einen oder anderen Euro dazu verdienen. Die Gaststätte lief laut eigener Aussage nicht schlecht. Doch dann kam der Euro und das “Ding” wurde mehr oder weniger in den Keller gewirtschaftet. Nicht zuletzt aufgrund einer Sanierung, wuchs der Schuldenberg an. Ohne jegliche Rücklagenbildung, lieh er sich das nötige Geld und sanierte seine Existenz. Am Ende standen rund 30.000 Euro mit einem dicken Minus als negatives Vorzeichen unter dem Strich.

Doch Daneil hat eine grundlegend gute Einstellung gegenüber seiner Situation und auch gegenüber steuerzahlenden Mitbürgern. Zu der Zeit hatte er lediglich den Beruf des Tischlers in der Tasche, welcher jedoch nicht zu Arbeit verholf. Er kämpft und beginnt die Ausbildung zum Schweißer. Mit zwei gelernten Berufen in der Tasche sollte dem Geld verdienen und einem neuen Job nichts mehr im Wege stehen. Aber wie so oft kommt es noch viel dicker.

Im Jahr 2007 musste Daniel sich einer Untersuchung im Krankenhaus unterziehen und erhielt die niederschmetternde Diagnose Osteoporose, besser bekannt unter akutem Knochenschwund. An körperliche Arbeit, wie sie zum Beispiel ein Tischler oder Schweißer verrichten muss, ist nicht mehr zu denken. Daniel steht vor dem Aus seiner Existenz. Die Ärzte empfehlen dem gerade mal 33-jährigen Familienvater die Frührente zu beantragen, da er im Grunde arbeitsunfähig sei. Daniel lehnt den Vorschlag dankend ab und zeigt den ungebrochenen Willen seine Familie durch eigene Leistungen und vor allem aus eigener Tasche finanzieren und versorgen zu wollen. Er beginnt eine Umschulung zum technischen Zeichner…

Peter Zwegat sieht nahezu keinen anderen Ausweg als in die private Insolvenz zu gehen. Doch es gibt ein Problem. Im Jahr 2006 verstirbt Daniels Vater und vererbt ihm das Familienhaus, welches zum einen mehr als sanierungsbedürftig ist und zum anderen an ein lebenslanges Wohnrecht für seine Mutter gebunden ist. Beim Besuch des Objekts in Begleitung von Peter Zwegat ruft die Mutter in ihrer Verzweifelung und sicher auch aus Angst um ihr Obdach die Polizei. Daniel versteht die Welt nicht mehr.

Darf ich jetzt nicht mal mehr Besuch in mein eigenes Haus mitbringen, oder wie?

Letztendlich klärte sich die Situation auf. Doch Peter Zwegat weiß genau, dass es nicht ratsam ist das Insolvenzverfahren mit einem Haus im Hintergrund zu beginnen, denn durch die fast wertlose Immobilie können sich weitere Schulden aufbauen und man stünde nach dem Insolvenzverfahren durch laufende Kosten (Schornsteinfeger, Grundsteuer, Reparaturen, etc.) evtl. wieder mit einem Berg Schulden an der gleichen Stelle und hat keinen Schritt nach vorne gemacht. Doch Peter Zwegat hat einen Plan. Daniels Mutter will das Erbe durch ein Gerichtsverfahren anzweifeln und somit Rückgängig machen. Die ideale Lösung, die Daniel den Weg in das Insolvenzverfahren ebnen könnte. Auf diese Weise würde er das Haus verlieren, hat für das Verfahren reinen Tisch und würde es nach dem Tod der Mutter ohnehin erneut erben. Dazu muss Daniel jedoch den Gerichtsprozess am besten ohne Verteidigung absichtlich verlieren.

Als Daniel zum Gerichtsprozess fährt, rät ihm der Richter dazu einen Anwalt zu nehmen. Der Richter und der Anwalt haben natürlich keinen Schimmer von dem Plan, den Peter Zwegat sich ausgedacht hat. Ein folgenschwerer Fehler. Der Anwalt kämpft also ganz normal um das Haus, verdeidigt stellvertretend die Rechte von Daniel, obwohl er es eigentlich gar nicht so wollte. Die Folge war der Gewinn des Prozess und ein nicht mehr anfechtbares Erbe. Sprich: Das Haus ist und bleibt nun Daniels Eigentum. Dumm gelaufen…

Neben einigen darauf folgenden Kontopfändungen und weiteren Problemen schliesst Peter Zwegat die Beratung ab und legt den Insolvenzantrag auf den Tisch. Peter Zwegat sieht keinen anderen Ausweg als mit dem Haus in die Insolvenz zu gehen. Je früher, desto besser. Daniel sieht jedoch noch eine kleine Chance und hat Hoffnung das Haus doch noch verkaufen zu können und die Schulden damit – ohne Insolvenzverfahren – zu tilgen. Ob das gelingt, zeigte die Sendung nicht mehr. Die Empfehlung von Peter Zwegat war in jedem Fall lieber heute als morgen in das Insolvenzverfahren zu gehen und schlägt Daniel vor sich eine Deadline zu setzen. Den Rat scheint er befürwortet und angenommen zu haben.

Ich wünsche der Familie viel Glück und Erfolg. Mit der Einstellung werdet ihr es meiner Meinung nach auf jeden Fall raus aus den Schulden schaffen. Weiter so…

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