Gestern Abend wurde erneut die Folge “Rach, der Restauranttester” ausgestrahlt, in welcher die junge Chefin (Constanze Reinsch) kurz vor der Verzweifelung steht. Die 23-jährige übernahm 2004 direkt nach Ihrer Ausbildung das ziemlich prunkvolle “König Albert Bad” und erfüllte sich damit einen Lebenstraum. Dieser Traum legt ihr momentan jedoch mehr Steine in den Weg, als ihr lieb ist. Die Nerven liegen blank. Sie weiß keinen Rat mehr und ruft Christian Rach zur Hilfe.
Christian Rach trifft auf ein genauso junges Team, wie es die Chefin selbst ist. Vor allem der Chefkoch Struppi ist eingebildet hoch dreiundzwanzig, total arrogant und geht davon aus DER Koch auf Erden zu sein, obwohl er rein gar nichts kann und über kein bis wenig Know How verfügt. Das Resultat ist lieblos aufgewärmte Tiefkühlkost, die auf gut Deutsch gesagt einfach nur scheisse schmeckt. Die Chefin bekommt ihren Mund nicht auf, das “König Albert Bad” scheint langsam aber sicher in den Ruin zu treiben.
Kritik wird von der Küchenmannschaft rund um das Möchtegernmultitalent “Struppi” (Chefkoch) überhaupt nicht angenommen. Als Christian Rach den Chefkoch danach fragt, ob er für seine verkohlten Bratkartoffeln allen ernstes Geld bezahlen und die unappetitlichen Dinger auch noch verspeisen würde, fiel ihm nichts besseres ein als:
Ich würde die noch essen. Sind doch im Toleranzbereich…
Kein Wunder, dass das “König Albert Bad” mit einer solchen Engstirnigkeit in Person nicht wirklich läuft. Die Chefin ist keine Chefin und das Team in der Küche ist von dem Verhalten des Chefkoch Struppi so immunisiert gegenüber Tiefkühlkost, dass das ganze als völlig normal gesehen wird und es scheinbar unbemerkt nur so den Bach runter geht. Das Essen wie auch der Service ist grottenschlecht. Trotzdem nimmt Sternekoch Christian Rach die Beine in die Hand und versucht sein Bestes…
Christian Rach hat das Problem auf Anhieb erkannt. Eine völlig desorientierte und überforderte Chefin versucht ein arrogantes, nicht funktionierendes Küchenteam zu führen. Das Resultat ist wie oben erwähnt sehr schlechtes Essen und heruntergekommener Service. Die Gäste werden mehr oder weniger ignoriert und bleiben in Folge dessen natürlich aus. Hier wird eine grundlegende Regel missachtet: Der Kunde ist König.
Ein morgendliches Meeting der einzelnen Beschäftigten soll ab jetzt für klare Kommunikation sorgen. Auf diese Weise können sich Chefin, Service und Küche aufeinander abstimmen und die Prozesse optimieren. Des Weiteren soll der Gastraum durch eine Umgestaltung mehr Gemütlichkeit erhalten, sodass sich die Gäste endlich wieder wohlfühlen können. Das wichtigste ist aber sicherlich den Köchen das Kochen beizubringen. Denn genau das Handwerk, welches die Küchenbelegschaft im Schlaf beherrschen sollte, scheitert an den einfachsten Dingen. Wenn die Hilfe durch Sturheit und Arroganz auch noch grundlegend abgelehnt wird, ist es auch für Christian Rach ein hartes Brot seine Tricks an den Mann zu bringen…
Um das “König Albert Bad” zu retten, wurde eine Party veranstaltet, bei welcher letztendlich mehr als 100 Leute erschienen und mit dem Essen mehr als zufrieden waren. Die Gäste bleiben bis in die frühen Morgenstunden und haben geschworen wieder zu kommen. Auch der entsprechende Umsatz konnte sich an diesem Abend sehen lassen. Das “König Albert Bad” scheint gerettet. Auch Chefin Constanze hat einen weiteren wichtigen Schritt getan und das arroganteste Küchenmitglied, den Möchtegern-Chefkoch Struppi, den Laufpass gegeben und ihm gekündigt. Als Christian Rach nach vier Wochen seinen obligatorischen Testbesuch macht, ist er vom Essen begeistert. Das “König Albert Bad” scheint auf dem richtigen Weg…


